

Bauherr: Actelion Ltd, Allschwil
Architekt: Herzog & de Meuron AG, Basel
Generalplaner: ARGE GP Actelion: Herzog & de Meuron AG / Proplaning AG
Tragwerksplaner: WGG Schnetzer Puskas Ingenieure AG
Der Büroneubau besteht aus 34 übereinander gestapelten, prismatischen Körpern, die ineinander verzahnt sind.
Raumhohe Stahlfachwerkträger bilden deren Seitenwände. Um die Trägerkonstruktion optimal auszunutzen, wurden kombinierte Fachwerk- und Vierendeelträger ausgeführt.
Bei einer Grundrissabmessung von etwa 80m×80m reicht diese Struktur bis auf eine Höhe von 21m. Jeder einzelne Raumkörper kann als rechteckiges oder schiefes Gitterrohr betrachtet werden. Dabei hat jeder «Stab» eine andere Abmessung. Sie sind 30m bis 100m lang und, abhängig von der Büronutzung, fünf bzw. sieben Meter breit. Sie bestehen im Wesentlichen aus den Boden- und den Deckenplatten sowie zwei Fachwerkträgern, deren Seiten verglast sind und die Fassade bilden.
Jeweils fünf bis sieben prismatische Körper bilden im Grundriss eine Ebene bzw. ein Bürogeschoss. Jede Geschossebene hat ihr eigenes Trägerlayout und liegt nicht deckungsgleich über dem unteren Geschoss, sondern trägt ihre Lasten über wenige einzelne Punkte in die untere Ebene ab. Einzelne Raumkörper überschneiden sich und bilden dadurch vier Schnittflächen in jeder Ebene. Sie werden als Erschliessungs- und Kommunikationszonen über die insgesamt sechs Ebenen bzw. Geschosse (ein Erdgeschoss und fünf Obergeschosse) genutzt und ihre gemeinsame Fläche ist gerade so gross, dass ein Lift und die Steigschächte darin Platz finden. Die Treppenanlagen, losgelöst von den gemeinsamen Durchdringungszonen, winden sich räumlich durch die unregelmässig angeordneten Geschosse.
Raumhohe Fachwerkträger sind im Bürobau meist nicht erwünscht, da die Diagonalen vor den Fenstern verlaufen. Vierendeelträger, die nur aus Gurten und Pfosten bestehen, lassen rechteckige Fensteröffnungen zu und bieten sich deswegen an. Aus den divergierenden Anforderungen bezüglich Nutzung und Kosten ergab sich in einem intensiven Planungsprozess zwischen allen Beteiligten ein Trägersystem, das sich aus Vierendeel- und Fachwerkträgern zusammensetzt. Die Eigenschaften des Fachwerkträgers wurden mit denjenigen des Vierendeelträgers kombiniert. In den Auflagerbereichen, wo eine hohe Querkraftbeanspruchung vorhanden ist, wurde ein reines Strebenfachwerk ausgebildet. Gegen die Trägermitte nimmt die Querkraft kontinuierlich ab, so dass dort ein reiner Vierendeelträger mit den gewünschten rechteckigen Öffnungen umgesetzt werden konnte.
Das Gebäude hat keine Kerne, die den horizontalen Lastabtrag sicherstellen. Die meisten Stützen sowie die am direkten Lastabtrag beteiligten Fachwerkstäbe wie Vierendeelpfosten und Diagonalstäbe sind nicht lotrecht ausgerichtet. Die daraus resultierenden horizontalen Ablenkkräfte, aber auch die Erdbeben- und Windkräfte sowie das bezüglich des Reaktionszentrums entstehende Torsionsmoment müssen über die Fachwerke sowie Decken und Böden der Kastenträger teilweise ausgeglichen und abgetragen werden. Dabei funktionieren die Fachwerke als vertikale Scheiben und die Decken und Böden als horizontale Scheiben. Die Deckenscheiben sind als Verbundquerschnitt konzipiert, bestehend aus den Stahlprofilen der Trägergurte und der Sekundärträger und den dazwischen liegenden Betondecken.